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Datum 09. Mai. 2020

Pressemitteilung:

Bauzeitenplan Innenstadtstrecke 

Der Tübinger Baubürgermeister, Herr Soehlke, veranschlagt für den Bau der Tübinger Innenstadtstrecke rund vier Jahre. „Das halten wir für üppig bemessen“ meint dazu Walter Heim, Sprecher des Tübinger Bündnis InnenStadtStrecke (TüBISS). Heim stützt sich dabei auf einen Bauzeitenplan, den TüBISS aufgrund eigener Recherchen und Berechnungen erstellt hat. „Dieser Plan wurde auf der Basis fachlicher Erfahrungen erstellt und mit einem der größten Bauunternehmen in Deutschland abgeglichen, das unter anderem bekannt ist für zahlreiche Vorhaben im Gleisbau sowie im Ingenieur-und Straßenbau“, ergänzt Bernd Strobel, der ebenfalls bei TüBISS aktiv ist.

„Wir kommen auf eine reine Bauzeit von 2,5 Jahren plus ein halbes Jahr für etwaige Nacharbeiten und Probefahrten – insgesamt also rund 3 Jahre“, so Heim weiter, „dieser Zeitrahmen ist im Übrigen in etwa deckungsgleich mit dem Bau der Innenstadtstrecke in Heilbronn oder der neuen Linie zum ZDF in Mainz“.

Üblicherweise werden Baumaßnahmen dieser Größenordnung in Bauabschnitten durchgeführt, weshalb auch der Bauzeitenplan von TüBISS in 18 einzelne Abschnitte unterteilt ist (siehe Anlage). Im Stadtzentrum sind darin mehrere relativ kurze Bauabschnitte mit überschaubaren Bauzeiten von jeweils ca. 4 bis 6 Monaten vorgesehen (05, 06, 08 im plan), sodass längere Beeinträchtigungen von Anwohnern und Geschäften vermieden werden. Allein der Neubau der Neckarbrücke (01) fällt dort etwas aus dem Rahmen, denn dafür ist ein Zeitraum von bis zu zwei Jahren vorgesehen. Aber, so Heim „da die Brücke bautechnisch aus zwei einzelnen Brücken besteht, kann jeweils ein Teil während der Erneuerung durch Fußgänger und Radfahrer genutzt werden“. Im Bereich des Schnarrenbergs und des Nordrings gibt es zwar zwei weitere Abschnitte (12, 13) mit voraussichtlich ähnlich langer Bauzeit, jedoch lassen sich diese in Abstimmung mit Uni, Kliniken und Stadt problemlos in kleinere Bereiche (mit kürzerer Bauzeit) unterteilen.

Selbstverständlich kann entlang der Strecke zeitgleich an mehreren Stellen gebaut werden. Strobel: „Voraussetzung ist eine gute Vorbereitung: Sämtliche Planungen, Genehmigungen etc. müssen vorliegen.“ Außerdem wird eine ausreichende Vorlaufzeit zur Bereitstellung der zahlreichen Materialien und Fertigteile benötigt.

„Dies ist ein möglicher Vorschlag für die Bauabschnitte, natürlich sind die einzelnen Abschnitte – insbesondere im Zentrum – variabel und in der Abfolge tauschbar. Damit sind zahlreiche andere Kombinationen möglich, ohne die Gesamtbauzeit zu verlängern“, wie Strobel betont. Das hat den

Vorteil, dass der Baufortgang eng mit den Betroffenen, insbesondere den Anwohnern und Betrieben, abgestimmt werden kann.

Mit Blick auf die Erfahrungen in anderen Städten meint Strobel abschließend: „Es ist kein Hexenwerk. Anderswo wurden ähnliche Schienenprojekte in derselben Zeit gebaut, warum also nicht in Tübingen?“

Datum: 26. März 2021

Pressemitteilung:

Stellungnahme zur Veröffentlichung des Gutachtens der Universität Tübingen zur Innenstadtstrecke

Die Universität Tübingen hat ein Gutachten erstellen lassen, das jetzt veröffentlicht wurde.

Gegenstand des Gutachtens war, die Auswirkungen der Innenstadtstrecke auf technische Geräte und Messinstrumente an der Universität zu untersuchen. Das ist legitim und wird vom binger Bündnis InnenStadtStrecke (BISS) als regulärer Bestandteil einer seriösen und soliden Planung angesehen.

Das Ergebnis der Gutachter zu Elektromagnetischer Verträglichkeit (EMV), Erschütterungen und Lärm kam nicht unerwartet: Nach den Erfahrungen mit dem Stadtbahnbau in anderen Universitätsstädten, wie z. B. in Ulm oder Freiburg, wurde auch in Tübingen mit der Notwendigkeit von Maßnahmen zum Schutz empfindlicher Apparaturen gerechnet.

In der Vorplanung für die Tübinger Innenstadtstrecke sind hierfür bereits Kosten im Rahmen der Bundes- und Landesförderung eingepreist worden, das ist bei Baumaßnahmen dieser Bedeutung und Größenordnung selbstverständlich. Den tatsächlichen Umfang kann man allerdings erst jetzt, nachdem das Gutachten vorliegt, taxieren. Denn erst jetzt ist es möglich, die bereits bisher vorgesehenen Lösungen (Kompensationsleistungen, Abschirmung, Erschütterungsschutz etc.) unter Beteiligung der Betroffenen detailliert zu überprüfen und bedarfsgenau angepasst weiter zu verfolgen.

Es ist verständlich, dass die Universität und die Medizinische Fakultät ihre Interessen wahren wollen. Grundsätzlich gibt es aber keine technischen Hürden, die nicht gelöst werden könnten, wie gerade das Beispiel Ulm zeigt. Zudem werden bei Neubaumaßnahmen und Sanierungen entsprechende Schutzmaßnahmen bereits vom Land vorgesehen. Die im Gutachten formulierten Ergebnisse stellen zwar eine Herausforderung dar; die mit dem Bau der Innenstadtstrecke notwendigen Umbauten, Abschirmungen, Dämpfungen etc. sind jedoch technisch machbar und dank entsprechender Fördermöglichkeiten auch finanzierbar.

Im Übrigen begrüßt es TüBISS ausdrücklich, dass die Universität nicht grundsätzlich gegen den Bau der Stadtbahn in Tübingen eingestellt ist, wie der Rektor bei der Vorstellung des Gutachtens betonte: Schließlich profitieren gerade die Universität Tübingen, das Universitätsklinikum, die Berufsgenossenschaftliche Klinik und das universitätsnahe Technologie- und Forschungszentrum auf der Oberen Viehweide in besonderem Maße direkt von der Erschließung durch die Innenstadtstrecke.